Der Münchner sagt zum Oktoberfest nur die Wiesn. Die Wiesn zieht Jährlich über sechs Millionen Besucher an. Viele Gäste kommen auch aus dem Ausland, vorwiegend aus Italien, aus den USA, Japan und Australien. In den letzten Jahren setzte sich zudem der Trend zur Tracht durch, so dass immer mehr der Wiesnbesucher(innen) mit Lederhosen bzw. Dirndl dorthin gehen.
Wiesn-Einzug der Festwirte und Brauereien
Der festliche Auftakt zum offiziellen Oktoberfestbeginn ist der Einzug der Wiesnwirte und Brauereien.
Blumengeschmückte Kutschen mit den Wirten der Oktoberfesthallen und Ihren Familien, herausgeputzte Festwagen mit Maßkrug schwenkenden Kellnerinnen, die Musikkapellen der Festzelte und die prunkvollen Prachtgespanne der Münchner Brauereien mit Girlanden umkranzten Bierfässern ziehen von der Sonnenstraße auf die Theresienwiese.
Wann findet der Wiesn-Einzug der Festwirte statt?
Der Wiesn-Einzug der Festwirte ist der offizielle Auftakt zum Oktoberfest. Er findet daher am ersten Wiesn-Samstag noch vor dem berühmten “O’zapfen” statt.
Die Termine der kommenden Jahre:
Samstag, 18. September 2010, 10:45 Uhr
Samstag, 17. September 2011, 10:45 Uhr
Samstag, 22. September 2012, 10:45 Uhr
Wer nimmt am Wiesn-Einzug der Festwirte und Brauereien teil?
Insgesamt nehmen rund 1000 Mitwirkende an diesem Wirte-Einzug teil. Angeführt wird der Zug, der erstmals 1887 stattfand, vom Münchner Kindl hoch zu Roß – ihm folgt traditionell der Münchner Oberbürgermeister in einer Festkutsche. Ihnen folgen die Prachtgespanne der Festwirte und Brauereien. Auch die Schausteller und Marktkaufleute des Oktoberfestes präsentieren sich in einem geschmückten Festwagen, der von edlen Rössern auf die Wiesn gezogen wird.
Münchner Brauereien auf der Wiesn.
In den Wiesn-Zelten darf nach langer Tradition nur Münchner Bier ausgeschenkt werden. Dieses zeichnet sich durch eine besonders lange Tradition und daher Erfahrung im Brauen und natürlich die strikte Einhaltung des Reinheitsgebotes aus. Hier finden Sie einen Überblick über die sechs Oktoberfestbrauereien.
Augustiner
1328 gegründet gilt die Augustiner Brauerei als die älteste der Stadt München. Sie hat ihre Wurzeln im Augustiner-Kloster in der Neuhauser Gasse. Schon damals gab es in dem Kloster auch eine eigene Ausschenke, die sehr beliebt bei den Münchnern war. Im Zuge der Privatisierung zog die Brauerei im 19. Jahrhundert zunächst in die Neuhauser Straße 27 um, wo noch heute die beliebte Augustiner-Gaststätte existiert, später dann in die Landsberger Straße, wo die Brauerei bis heute ihren Sitz hat und wo sich das urige Bräustüberl mit einer Auswahl an günstigen, bayerischen Speisen befindet. Die Biergärten des Augustinerkellers und des Hirschgartens sind in München sehr beliebt. Als einziges der Münchner Biere hat das Augustiner das typische kleinere Flaschenformat mit breiterem Bauch.
Auf dem Oktoberfest gibt es das 6-prozentige Augustiner-Oktoberfest-Bier im Augustiner Festzelt sowie in der Fischer Vroni. Die Brauerei verwendet als einzige noch die traditionellen Holzfässer, die so genannten Hirschen, zur Lagerung.
Hacker Pschorr
Die Brauerei wurde 1417 bei der heutigen Gaststätte Altes Hackerhaus in der Sendlinger Straße gegründet und entwickelte sich im 18. Jahrhundert unter dem Ehepaar Joseph Pschorr und Maria Theresia Hacker zu Münchens führender Brauerei. Hacker und Pschorr wurde später von den Söhnen als getrennte Brauereien weitergeführt und ist erst seit 40 Jahren wieder eine gemeinsame Marke. Die Brauerei befindet sich heute in denselben Räumlichkeiten wie die Paulaner Brauerei. Seit 2007 wird das Hacker-Pschorr-Bier wieder in den traditionellen Flaschen mit Bügelverschluss verkauft. Auf dem Oktoberfest gibt es das mit 5,8% schwächste Bier im Hacker-Zelt (Himmel der Bayern) und der Bräurosl.
Hofbräu
Die Brauerei wurde 1589 unter Wilehlm V. gegründet. Seinen ursprünglichen Sitz hatte die Brauerei am so genannten Platzl im Hofbräuhaus, das bis heute ein beliebtes Wirtshaus und eine der touristischen Hauptattraktionen Münchens ist. Im 19. Jahrhundert wurde die Brauerei verstaatlicht und zog aus Platzmangel in die Innere Wiener Straße um, wo sich noch heute der Hofbräukeller mit einem der schönsten Biergärten Münchens befindet. Seit etwa 30 Jahren befindet sich die Brauerei nun in München-Riem.
Mit 6,3% ist das Hofbräu-Bier das stärkste unter den Wiesn-Bieren und wird nur im Hofbräuzelt ausgeschenkt.
Löwenbräu
Bis ins späte 14. Jahrhundert lässt sich die Geschichte der Löwenbräu-Brauerei in der Löwengrube zurückverfolgen. Im 19. Jahrhundert entwickelt sich der mittelgroße Betrieb unter der Familie Brey zur größten Brauerei Münchens und zieht wegen des starken Wachstums in die Nymphenburger Straße um, wo er noch heute ansässig ist. Seit 1883 gibt es in unmittelbarer Nähe zur Brauerei den berühmten Löwenbräukeller am Stieglmaierplatz. Merkmal der Marke Löwenbräu ist der Löwe. Berühmt ist auch der überdimensional große Löwe auf dem Löwenbräu-Wiesn-Zelt, der mit dem Schwanz wackelt und brüllt.
Auf dem Oktoberfest gibt es Löwenbräubier neben dem Löwenbräu-Festzelt auch im Schützenzelt. Das Löwenbräu-Oktoberfestbier hat 6,1% Alkohol.
Paulaner
Seit 1634 im Kloster des Paulanerordens in der Neuhauser Straße gebraut, ist das Paulaner-Bier das jüngste unter den Münchner Bieren. Zunächst wurde das Bier nur an Festtagen öffentlich ausgeschenkt. Das Rezept des Starkbiers, das schnell sehr beliebt bei den Münchnern wurde, geht auf einen gewissen Bruder Barnabas zurück. Hauptsitz der Brauerei ist heute auf dem Nockherberg, in dessen Gaststätte auch das alljährliche Starkbierfest mit dem berühmten Politiker-Derblecken (Veralbern) unter Leitung eines gewählten Bruder Barnabas stattfindet.
Das Oktoberfestbier von Paulaner hat 6% Alkohol und wird im Winzerer Fähndl, Armbrustschützen-Zelt sowie im Käferzelt. Paulaner Weißbier gibt es außerdem im Nymphenburg Wein- und Sektzelt.
Spaten
Die Spatenbrauerei wurde 1397 gegründet und war die ersten Jahrhunderte in der Neuhauser Gasse angesiedelt. Seit 1807 ist die Brauerei nun im Besitz der Familie Sedlmayer und zog bald in die Marsstraße um, wo sie noch heute ansässig ist. Merkmal der Marke ist ein weißer Spaten auf rotem Hintergrund sowie die Initialen Gabriel Sedlmayers. Ebenso im Besitz der Familie Sedlmayer und daher heute mit Spatenbräu verbunden ist die Franziskaner-Brauerei. Spaten und Franziskaner Bier wird auf dem Oktoberfest im Schottenhammel, wo alljährlich der Anstich stattfindet, im Hippodrom, in der Ochsenbraterei und natürlich der Spatenbräu Festhalle ausgeschenkt. Das Bier hat 5,9% Alkohol.
So begann alles, das erste Oktoberfest
Hier ist die einmalige Gelegenheit für Sie, am Biertisch so richtig auf die Pauke zu hauen: Wer weiß schon genau wann und wie das größte Volksfest der Welt seinen Anfang nahm? Lesen Sie weiter und werden Sie schlauer.
Die Idee
Kein König, kein Minister, nein ein bürgerlicher Unteroffizier legte mit seiner Idee den Grundstein für das Oktoberfest. Eben dieser, seines Zeichens Mitglied der bayerischen Nationalgarde, schlug vor, die Hochzeit von Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese von Hildburghausen mit einem großen Pferderennen zu feiern. Der Bankier und Kavallerie-Major Andreas von Dall’Armi übermittelte den Vorschlag an König Max I. Joseph von Bayern – dieser war sofort Feuer und Flamme.
Am 17. Oktober 1810 war es soweit: Das erste Pferderennen und damit der Vorläufer zum Oktoberfest stieg auf der Theresienwiese, damals noch am Stadtrand. Der Name für diese “Wiese” wurde übrigens damals von der Braut Prinzessin Therese übernommen.
Ein Jahr später waren sich alle einig: Das Fest soll weiterhin stattfinden. Veranstalter war diesmal der „Landwirtschaftliche Verein in Bayern“, der Fest und Pferderennen zur gleichzeitigen Präsentation bäuerlicher Leistungen nutzte. Jahr für Jahr fand daraufhin die Wiesn als privat finanzierte Veranstaltung statt, bis dann 1819 die Münchner Stadtväter die Sache in die Hand nahmen. Künftig sollte das Oktoberfest jedes Jahr und ohne Ausnahme gefeiert werden, unter Leitung der Stadt München.
1850 gab es dann wieder richtig was zu betrinken: Die Wächterin über das Oktoberfest, die Statue der “Bavaria”, wurde enthüllt und ein Teil der Ruhmeshalle eingeweiht. 1881 galt es, eine weitere Geburtsstunde zu feiern: Die erste Hendlbraterei wurde eröffnet und das mittlerweile traditionelle Wiesnhendl an die hungrigen Besucher verkauft.
Quelle: oktoberfest.de

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