Erste Besiedelungsspuren auf der Insel Mainau reichen bis 3000 vor Christus zurück. Eine bewegte Geschichte folgt. Schwerpunkte der Geschichte sind Deutschherrenorden und 30-jähriger Krieg. Erster Anbau seltener Pflanzen von Fürst Nikolaus Esterházy. Es folgt Großherzog Friedrich I., ein weiterer Pflanzen-liebhaber. Danach wechselnde Besitzer aus verschiedenen Königs- und herzoglichen Häusern.
Bis 1932: Prinz Lennart Bernadotte übernahm die Verwaltung der Mainau und fand dort sein neues Zuhause. Die Neugestaltung der Insel Mainau beginnt.
Um 3000 v.Chr. Aus dieser Zeit früher Besiedelung des Bodenseeufers stammt auch die aus sechs Häusern bestehende Siedlung, die in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts am Südufer der Mainau freigelegt wurde.
15 v. Chr. Das von den Rätern bewohnte Land rund um den Bodensee wird römisch, darunter auch die Mainau. Hier befinden sich ein Kastell, auch eine Schiffswerft und eine Flottenbasis des Feldherrn Tiberius.
5./6. Jh. n. Chr. Die strategisch wertvolle Mainau wird alemannisches Herzogsgut und später Teil eines fränkischen, von Bodman aus verwalteten Königsguts.
724 Die Mainau geht neben anderen Landstreifen des Bodanrück als Geschenk an das mächtige Kloster Reichenau.
1271 Die Mainau wird von dem auf der Reichenau ansässigen Arnold von Langenstein eigenmächtig an die Deutschherren weiterverschenkt.
1272 Das ursprünglich in Sandegg (Thurgau/Schweiz) ansässige Deutschordenshaus wird auf die Mainau verlegt. Die Burganlage wird ausgebaut. Dank eines fortschrittlichen Beamtenwesens und mit zunehmender Macht der Komture nimmt auch der Einfluß des Ordens insgesamt zu, was auch für die Mainau-Komture gilt.
1647 Im 30-jährigen Krieg gelangt die Mainau nach einer verheerenden Niederlage gegen die Schweden für einige Monate in deren Besitz. Unter Mitnahme alles Wertvollen – nur das sog. Schwedenkreuz blieb zurück – ziehen die Schweden 1649 von der Insel wieder ab .
1732 Nach langsamer Erholung vom Kriegsgeschehen beginnt der Ordensbaumeister Johann Caspar Bagnato mit dem Bau der neuen Schloßkirche. Sie wird 1739 geweiht.
1739 Baubeginn des neuen Schlosses – mit der Durchführung wird wiederum Bagnato beauftragt. Nach siebenjähriger Bauzeit wird das Deutschordensschloss 1746 vollendet.
1806 Die Deutschordenskommende wird aufgelöst und fällt mit allen Besitztümern an das neu gegründete Großherzogtum Baden.
1827 Fürst Nikolaus von Esterházy kauft die Insel, nachdem sie zuvor öfter den Besitzer gewechselt hatte. Er siedelte hier bereits zahlreiche seltene Pflanzen an.
1853 Der spätere Großherzog Friedrich I. erwarb die Mainau, die er ordnet und ausbaut mit den Schwerpunkten Arboretum, Italienischer Rosengarten und Orangerie. Von seinen Reisen bringt der Großherzog viele wertvolle Bäume und Exoten mit und schafft somit eine neue Parklandschaft – die Basis für den heutigen Park.
1856 Heirat des Großherzogs mit Prinzessin Luise, Tochter des späteren Kaisers Wilhelm I. von Preußen. Sie sind die Urgroßeltern von Graf Lennart Bernadotte.
1907 Tod des Großherzogs. Die Mainau fällt an dessen Sohn, Großherzog Friedrich II., der sie seiner Schwester Viktoria, Königin von Schweden, vermacht.
1909 Geburt von Prinz Lennart Nicolaus Paul, Erbfürst von Schweden, Herzog von Smarland, Sohn des Prinzen Wilhelm von Schweden und der russischen Großfürstin Maria Pawlowna.
1930 Tod von Königin Viktoria. Die Mainau fällt bestimmungsgemäß an ihren Sohn Prinz Wilhelm von Schweden.
1932 Prinz Wilhelm überträgt die Verwaltung der Mainau seinem 23jährigen Sohn, Prinz Lennart. Als dieser wegen seiner Heirat mit einer Bürgerlichen auf sämtliche Titel und eine mögliche Thronfolge verzichtet, macht er im gleichen Jahr die Mainau zu seinem neuen Zuhause. Von nun an widmet er sich konsequent ihrer Neugestaltung, öffnet sie dem Publikum und nimmt ständig Verbesserungen und Modernisierungen vor. Heute ist die Mainau das größte touristische Unternehmen am internationalen Bodensee.
1961 Verabschiedung der sog. Grünen Charta, in der die Mainau sich bereits deutlich zu einer umweltbezogenen Arbeit bekennt.
1974 Gräfin Sonja Bernadotte und Graf Lennart Bernadotte haben die gesamte Mainau in eine Stiftung eingebracht. Ziele der Stiftung sind u.a. Förderung der Wissenschaften, der Landespflege, des Umwelt- und Denkmalschutzes und der Heimatpflege.
1982 Gräfin Sonja Bernadotte wird zur Mitgeschäftsführerin des Unternehmens ernannt.
1991 Umbennung des Unternehmens in Blumeninsel Mainau GmbH.
1998 Die Mainau erhält das Öko-Audit-Zertifikat als erster botanischer Garten Europas. Damit unterzieht sie sich freiwillig nach erfolgreich absolvierter Prüfung entsprechend den Umweltrichtlinien der EG-Verordnung Nr. 1836/93. Mit Blick auf die internationale Bodenseeregion wird im September des gleichen Jahres der Verein Europäisches Kulturforum Mainau mit dem Ziel gegründet, mittels neuer Aktivitäten und auch als Impulsgeber Menschen auf kultureller Ebene zusammenzuführen. Das gilt für Intiativen auf den Gebieten Musik, Film, darstellende und bildende Kunst in enger Zu- sammenarbeit mit europäischen Regionen gleichen Ranges.
2001 Gräfin Sonja Bernadotte wird alleinige Geschäftsführerin der Mainau GmbH.
2002 Gräfin Bettina Bernadotte wird die persönliche Assistentin von Gräfin Sonja Bernadotte.
Seit dem 1. Januar 2007 Gräfin Bettina Bernadotte ist Geschäftsführerin der Mainau GmbH und Graf Björn Bernadotte ist Geschäftsführer der Lennart-Bernadotte-Stiftung.
Schmetterlingshaus
Ein Höhepunkt des Mainau-Tages ist sicherlich ein Besuch im zweitgrößten Schmetterlingshaus Deutschlands. Beim Rundgang durch die exotische Landschaft mit einzigartiger Vegetation kommt echtes Tropenfeeling auf:
Bei einer ca. 90%igen Luftfeuchtigkeit und Temperaturen zwischen 25°C und 30°C kann man frei fliegende tropische Tagfalter aus Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika in ca. 80 verschiedenen Arten bestaunen.
Zeitweise sind auch Nachtfalter mit bis zu 30 cm Flügelspannweite zu sehen. 70% der Falter kommen direkt aus den Herkunftsländern, wo sie in speziellen Zuchtfarmen gezüchtet werden. Diese kommen wöchentlich als Puppen auf der Insel Mainau an. Die restlichen 30% vermehren sich direkt im Schmetterlingshaus an den jeweiligen Futterpflanzen.
Dort kann die Entwicklung vom Ei über Raupe (Larve) und Puppe bis zum fertigen Falter beobachtet werden.
15 große Informationstafeln im Foyer des Schmetterlingshauses vertiefen die Einblicke in die faszinierende Welt der Schmetterlinge.
Im Shop finden Sie ein großes Angebot an Mainau-Souvenirs. Im Bistrobereich gibt es ganzjährig Kaffee, Eis und Getränke. Während der Saison erhalten Sie auch einen kleinen Imbiss.
Einige der Schmetterlingsarten in unserem Schmetterlingshaus:
- Argema mittrei weiblich
- Attacus atlas
- Biblis hyperia
- Chrysiridia croesus
- Kallima paralekta
- Morpho achilles
- Morpho peleides
- Papilio ophidicephalus
- Papilio palinurus
- Papilio rumanzovia
Öffnungszeit während der Saison: 10.00-19.00 Uhr
Palmenhaus
Unter Palmen. Nicht nur im Sommer.
Palmen, Orangen, Papageien – auf der Schlossterrasse hat die Mainau ihr exotisches Herz. Von Herbst bis Frühjahr steht hier das Palmenhaus, architektonisch interessant und eine Oase in der kalten Jahreszeit. Für den Zeitraum 2006 – 2016 hat die Mainau Gmbh eine Ausnahmengenehmigung der Stadt Konstanz erhalten, das Haus ganzjährig stehen zu lassen. Mehr als 20 verschiedene Palmenarten sind hier zu sehen, darunter eine über 15 Meter hohe Kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis), die bereits 1888 gepflanzt wurde. Auch einer der Zitrusbäume, die einst von Großherzog Friedrich gepflanzt wurden, hat hier wieder sein Quartier gefunden.
Das Palmenhaus gibt einen einzigartigen Rahmen für Pflanzenschauen, allen voran die berühmte Orchideenschau im Frühjahr. Auch für andere hochkarätige Veranstaltungen wie Konzerte und Hochzeiten ist das Haus bestens geeignet. Das ganze Jahr über steht zum Verweilen das Schlosscafé mit Terrasse zur Verfügung.
Auch aus architektonischer Sicht ist das Palmenhaus etwas Besonderes. 1997 wurde es vollständig erneuert. Die Grundfläche beträgt 1270qm. Das Haus hat eine maximale Höhe von 17,40m. Die Dach- und Fassadenelemente sind doppelschalig und aus hochtransparentem Acrylglas. Von den Temperaturen her ist das Palmenhaus als Kalthaus(10-12 Grad C) konzipiert. Bei Bedarf(Veranstaltungen, Orchideenschau) können, unterstützt durch eine zusätzliche Bodenheizung, auch höhere Temperaturen gehalten werden.
Einige der Palmenarten:
- Phoenix canariensis ( Kanarische Dattelpalme)
- Phoenix dactylifera (Echte Dattelpalme)
- Phoenix rupicola (Klippen – Dattelpalme)
- Phoenix reclinata (Senegal – Dattelpalme)
- Phoenix roebelenii (Zwerg-Dattelpalme)
- Sabal palmetto (Palmetto-Palme)
- Washingtonia robusta (mexikanische Washingtonpalme)
- Brahea armata ( Hesperidenpalme )
- Livistona australis (Australische Livingstonpalme)
- Livistona chinensis (Chinesische Livingstonepalme)
- Bismarckia nobilis (Bismarck Palme)
- Trachycarpus fortunei ( Chinesische Hanfpalme )
- Trachycarpus wagneriana ( Wagners Hanfpalme )
- Chamaedorea elegans (Mexikanische Bergpalme)
- Areca catechu (Betelpalme)
Öffnungszeit: 8.00-20.00 Uhr
Sesionale Gärten
Vom 07. Mai bis zum 24. Oktober können unsere Besucher auf 500 m² in futuristischen Versuchsgärten umgesetzte studentische Entwürfe bestaunen.
„Sinnestäuschungen“ lautet das Motto der diesjährigen Saisonalen Gärten, zu dem sich im Juni 2009 22 Studentinnen und Studenten der Landschaftsarchitektur der Swedish University of Agricultural Sciences in Alnarp (Schweden), der Hochschule für Technik Rapperswil (Schweiz) sowie der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (Deutschland) auf der Insel Mainau getroffen haben.
In hochschulgemischten Kleingruppen wurde über Sinnestäuschungen diskutiert und was für einen Garten man hierzu entwerfen kann, überlegt.
Mit ihrem Entwurf „Scale up“ überzeugten Carina Daubner und Samuel Clauß die siebenköpfige Jury aus Hochschulprofessoren und Experten der Insel Mainau. Der Besucher wandert auf einem Rundweg über überdimensionale Trittplatten durch einen Bambus“rasen“ wie durch einen Wald. Ein riesiger Stuhl, sowie als Hocker nutzbare Laubblätter verstärken die Suggestion, als kleines Insekt durch einen Garten zu wandern. Johanna Elgström und Irina Golderer stellen ihren Garten „Picnic – Cincip“ auf den Kopf. So wandert der Besucher über einen blauen Belag, der den Himmel symbolisiert durch einzelne Pflanzenwolken hindurch und erblickt über sich die hängende Natur. So ist ein Ausschnitt der Natur, drapiert mit einer frechen Picknicksituation verkehrt herum auf Stelzen gestellt und hängt nach Unten. Im Garten „Wo ist meine Oase?“ findet sich der Besucher in einer nachempfundenen Wüste wieder, in der Spiegelungen eine Fata Morgana andeuten. Doch was erwartet ihn tief im Herzen des Gartens? Ist es tatsächlich nur eine Sinnestäuschung? „Just perfect“ und „Mirrored Dreams of infinity“ werden als Ankäufe ebenso im Jahr 2010 zu sehen sein.
Im Februar 2010 trafen sich erneut die angehenden Planer mit Auszubildenden von verschiedenen Betrieben (Biesinger, Radolfzell; Blattner, Konstanz; Denzel, Singen; Gnädinger, Radolfzell-Böhringen; Grimm, Hilzingen; Herzog, Rickenbach; Heuel, Gottmadingen; König, Steinen-Weitenau; Ritzmann, Klettgau-Erzingen; Schoch, Radolfzell; Schwehr, Engen; Siegwarth, Singen-Bohlingen, Schellhammer, Mühlhausen-Ehingen; Widenhorn, Sipplingen) des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg, Regionalgruppe Hochrhein-Bodensee (VGL) und Gärtnern der Mainau GmbH, um in einem zweiwöchigen Workshop die gezeichneten Entwurfsideen baulich umzusetzen.
Quelle und weitere Informationen erhalten Sie unter: mainau.de